Augsburger Allgemeine | 16. März .2010
Es entstand der Eindruck eines unendlich ruhig dahin fließenden Stromes: ein einnehmendes Hörerlebnis.
Neue Musikzeitung | September 2006
Barcsay hat für seine Interpretationen eine große Klangfarbenpalette zur Verfügung, er ist ein Meister der raffiniertesten Spieltechniken. Das erlaubt es ihm einerseits, meditatives "Schweigen" (bei "Ji" - die Stille von Xiao-Song) darzustellen und im nächsten Moment das Grollen und Donnern von Gewehrsalven (so im "Decameron Negro" von Brouwer).
Augsburger Allgemeine | 22. September 2005
Stefan Barcsay ist im Laufe der Jahre zu einem Gitarristen herangereift, der jene Einheit zwischen Interpret, Werk und Instrument zu schaffen weiß, aus der Musik erst ihre Authentizität gewinnt: Gekonnt seine Balance zwischen nobler Abgeklärtheit, musikalischem Feinsinn, zwischen technischem Niveau und künstlerischer Präsenz.
In den Mittelpunkt rückte dann Leo Brouwers »El Decameron negro«: Diese drei Balladen – inspirieren ließ sich der Kubaner von dem Ethnologen Leon Frobenius – führten zu einer afro-cubanischen Stilmischung voller Farbe, Emotion und Poesie. »Die Harfe des Kriegers« implizierte schon die Grundidee, dass sich der Soldat zum Musiker bekehrt, sich der Krieg zum Frieden wandelt. Subtil rief der Solist diese Harfentöne wach, ehe dann »Die Flucht der Liebenden durch das Tal der Echos« nach markantem Beginn ins gehetzt Atemlose changierte, sich die Echo-Effekte virtuos zu überschlagen schienen und in der Ferne verloren. Zärtlichkeit sprach aus der »Ballade vom liebeskranken Mädchen«, die aber über die Rondoform immer wieder rhythmischen Drive gewann. Assoziationen an Keith Jarretts Klavier-Recitals wurden wach.
Illertisser Zeitung | 25. September 2002
Stefan Barcsay begeisterte durch die Intensität und Ausdrucksfreudigkeit seines Spiels, was die überaus zahlreichen Zuhörer gebührend zu würdigen wussten.
Stefan Barcsay beherrscht sein Instrument souverän, setzt klanglich Akzente ohne jedoch der Versuchung der Extravaganz zu erliegen und sich durch übehöhte Tempi oder Effekthascherei in Szene zu setzen.
Straubinger Tagblatt | 20. März 2000
Mit dem vielfach tätigen Stefan Barcsay bekam man einen Gitarristen zu Gehör, den ich – trotz aller Vorsicht bei Vergleichen – als Dinu Lipatti der Gitarre bezeichnen möchte. Wie Barcsay spielte, erinnerte stark an die Aufnahmen des vor bald 50 Jahren jung verstorbenen Meisters subtiler Gestaltung. Schlichtheit im Ausdruck, Akkuratesse bei der Gestaltung des Tons, nahezu makellose Technik, stilsichere Musikalität und eine schier unendliche Palette der Klangschattierung konnte man bei Barcsay erleben. Er lässt der Musik ihren freien Atem. Er muss nicht Musik machen. Er muss nicht interpretieren. Die Musik ist in ihm und organisch entfaltet sie sich aus ihm heraus. Eine Flucht in laute und effekthaschende Vordergründigkeit hat er nicht nötig. Mit seinem konzentrierten Musizieren bringt er es fertig, dass 70 Minuten intensiv und ohne Husten, Räuspern oder Schneuzen gehört wird. Seine Darbietung von vier verschiedenen Komponisten hatte eine Sog-Wirkung in die Stille hinein, wie sie sich bei öffentlichen Darbietungen allzu selten ergibt. Man wurde in eine Welt der Zartheit, liebevoller Höflichkeit und des filigranen Sich-Verströmens hineingezogen, welche – grenzüberschreitend betrachtet – etwas apart Duftendes an sich hatte.
Gitarre und Laute | Juli 1997
, ... während der Choros No. 1, der zum Abschluß des Konzertes erklang, brasilianische Volksmusik pur ist. Gerade hier zeigte sich dann auch die gitarristische Meisterschaft von Stefan Barcsay, ein mitreißendes, ungemein musikalisches Spiel, gepaart mit famoser Instrumentenbeherrschung.